Sonderausstellung bis 11.04.2021

 

Verknüpft und zugenäht! Gräser, Bast, Rinde - Alleskönner der Steinzeit

Die Ausstellung „Verknüpft und zugenäht!“ bietet eine neue Sichtweise auf die frühen sesshaften Kulturen Südwestdeutschlands.

Heute sind atmungsaktive und thermoregulierende Textilien aus Chemiefasern jedem bekannt. Doch schon in der Jungsteinzeit stellten unsere Vorfahren wasserdichte und strapazierfähige Stoffe aus Naturmaterialien wie Gräsern, Gehölzbast und Rinde her. Reste davon haben sich in größerer Zahl in Pfahlbausiedlungen am Bodensee und in Oberschwaben erhalten: Hecheln, Kescher, Netze, Leinen, Rindengefäße, Schnüre, Taschen etc. Sie werden in dieser Ausstellung erstmals exklusiv zum ‚Sprechen‘ gebracht, indem ihre Geschichte, Funktion, Herstellung und Erforschung präsentiert werden. Aktiv-Stationen, Rätselblätter und Filme, laden kleine und große Besucher zum Ausprobieren, Mitmachen und Erleben ein.

Bislang spielten Textilien aus Gräsern, Bast und Rinde nur eine sehr untergeordnete Rolle. Werkzeuge, Jagdwaffen und Schmuckstücke aus Materialien wie Stein, Knochen, Holz oder Keramik standen stattdessen im Fokus. Neuere Forschungen belegen jedoch, wie wegweisend „technische“ Textilien für die Sesshaftigkeit des Menschen waren.