Highlights ALM

Hortfund von Ladenburg

Objekt: Bronzebeschläge eines Portals
Epoche/Kultur: Römische Epoche
Datierung: 125 - 150 n. Chr.
Fundort: Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis
Fundstelle: Carl Benz-Gymnasium, Realschulstraße 4,
Material: überwiegend Kupferlegierung
Anzahl: 51 Objekte
Gesamtgewicht: 80,419 Kg
Literatur: E. Künzl, Das römische Prunkportal von Ladenburg. Almanach 3, Stuttgart 1998. - E. Künzel, S. Künzl; Das römische Prunkportal von Ladenburg. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg, Bd. 94, Stuttgart 2003.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Y. Mühleis, LAD
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1973-0139-0001-0001 bis 1973-0139-0051-0001 (L 7/1 - L 7/51)

Kommentar:
Der Hortfund umfasst 51 Türbeschläge, darunter drei Löwenköpfe als Türzieher, drei Seeleopardinnen, fünf Götterbüsten, mehrere Unterlegscheiben, Zierknöpfe und Zierbleche.

Die Beschläge waren Teil der Dekoration eines Prunkportals eines großen römischen Gebäudes, vermutlich eines Tempels. Das zweiflüglige Portal lässt sich auf 3,50 m Höhe und 3,60 m Breite rekonstruieren. Die in ihrer Qualität für die nördlichen Provinzen des römischen Imperiums einzigartigen Beschläge sind in einer im heutigen Frankreich gelegenen Werkstatt in der Zeit zwischen 125 und 150 n.Chr. gefertigt worden. Zur Zeit der Germaneneinfälle um die Mitte des 3. Jahrhundertsn. Chr., in deren Verlauf die Römer die rechtsrheinischen Gebiete aufgegeben haben, sind die Beschläge sorgfältig im Bereich des im Zentrum des römischen Ladenburg gelegenen Südforums deponiert worden.

 

Hortfund von Ladenburg, Götterbüste

Objekt: Bronzener Türbeschlag,
Büste des Gottes Apollo
Epoche/Kultur: Römische Epoche
Datierung: 69 - 96 n.Chr.
Fundort: Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis
Fundstelle: Carl Benz-Gymnasium, Realschulstraße 4,
Material: Kupferlegierung, Eisen
Maße: H. 18,5 cm; Br. 12,1 cm; T. 7,59 cm
Gewicht: 2320,4 g
Literatur:E. Künzl, Das römische Prunkportal von Ladenburg. Almanach 3, Stuttgart 1998, 69 f. - E. Künzel, S. Künzl; Das römische Prunkportal von Ladenburg. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg, Bd. 94, Stuttgart 2003, 15 f. u. 193 ff.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Foto: Y. Mühleis, LAD
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1973-0139--0011--0001 ((L 7/11)

Kommentar:
Die Büste des Gottes Apollo ist eine von mindestens zwölf Büsten, die auf tellerförmigen Unterlegscheiben montiert am römischen Prunkportal von Ladenburg angebracht waren. Das Gesicht wird von großen Augen beherrscht, deren Pupillen einst wohl mit Silber eingelegt waren. Der Kopf des Gottes ist mit Lorbeer bekränzt, ein Attribut, das auf seine Eigenschaft als Beschützers der Künste und der Musik hinweist. Der über die rechte Schulter herausragende Köcher enthielt nach der Mythologie die Pfeile, mit denen die Gottheit Krankheiten verbreiten, aber auch  Dank seiner Künste heilen konnte. Im Gegensatz zu den übrigen Beschlägen handelt es sich bei der Apollobüste um ein weitaus älteres Kunstwerk aus den Werkstätten Süditaliens, das möglicherweise in Zweitverwendung an das Prunkportal gelangte.

 

Hortfund von Ladenburg, Türgriff

Objekt: Bronzener Türbeschlag, Seeleopardin
Epoche/Kultur: Römische Epoche
Datierung: 125 - 150 n.Chr.
Fundort: Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis
Fundstelle: Carl Benz-Gymnasium, Realschulstraße 4,
Material: Kupferlegierung, Eisen
Maße: H. 19,5 cm; L. 46 cm, Br. der Schwanzflosse 14,4 cm.
Gewicht: 7446,8 g
Literatur: E. Künzl, Das römische Prunkportal von Ladenburg. Almanach 3, Stuttgart 1998, 66 - E. Künzel, S. Künzl; Das römische Prunkportal von Ladenburg. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg, Bd. 94, Stuttgart 2003, 12 u. 219 ff.
Foto: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Foto: Y. Mühleis.
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1973-0139--0004--0001 ((L 7/4)

Kommentar:
Der Türgriff eines Prunkportals in Form einer Seeleopardin, von dem ursprünglich insgesamt vier Exemplare am Portal angebracht waren, symbolisiert die vier Elemente. Der Leopardenkopf steht für die Erde. Der als Flügel gestaltete Blattkranz und der schuppige, gerollte Fischschwanz mit Querflosse des Tieres stehen für Luft und Wasser. Das Feuer als viertes Element dürfte ursprünglich durch rote Emaileinlagen dargestellt worden sein, die in die Löcher im Fell des Leoparden eingesetzt waren.

 

Hortfund von Ladenburg, Türzieher

Objekt: Bronzener Türzieher, Löwenkopf
Epoche/Kultur: Römische Epoche
Datierung: 125 - 150 n.Chr.
Fundort: Ladenburg, Rhein-Neckar-Kreis
Fundstelle: Carl Benz-Gymnasium, Realschulstraße 4,
Material: Kupferlegierung, Eisen
Maße Kopf: H. 27,5 cm; Br. 24,0 cm; T. 8 cm.
Maße Kranz: H. 14,0 cm; Br. 18,0 cm; D. 3 cm
Gewicht: 7328,5 g
Literatur:E. Künzl, Das römische Prunkportal von Ladenburg. Almanach 3, Stuttgart 1998, 65. - E. Künzel, S. Künzl; Das römische Prunkportal von Ladenburg. Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg, Bd. 94, Stuttgart 2003, 12 u. 201 ff.
Foto: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart, Foto: Y. Mühleis
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1973-0139--0002--0001 ((L 7/2)

Kommentar:

Der Türzieher ist als Löwenkopf gestaltet, der in seinem geöffneten Mal einen Ring in Form von Akanthusblättern hält. Iris und Pupille waren einst in einem anderen heute nicht mehr erhaltenen Material eingelegt (Silber oder Kupfer). Auf der Rückseite befindet der Rest einer Halterung aus Eisen, mit welcher der Türzieher im Holz des Portals verankert gewesen ist. Ursprünglich waren insgesamt waren vier solcher Türzieher am zweiflügeligen Prunkportal angebracht. In der Form eines Löwenkopfes symbolisierte er die Kraft eines Unheil abweisenden Türwächters.