Highlights ALM

Spielbrett

 
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: nach 1278
Fundort: Freiburg im Breisgau
Fundstelle: Latrine des Augustiner-Eremitenklosters
Material: Buchenholz, Ahornholz
Maße: Kantenlänge je 38,5 cm
Literatur: A. Kluge-Pinsker, Schach und Tric Trac. Zeugnisse mittelalterlicher Spielfreude in salischer Zeit. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Bd.30 (Sigmaringen 1991).
M. Untermann, Die Latrine des Augustinereremiten-Klosters in Freiburg im Breisgau. Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg 31 (Stuttgart 1995).
R. Röber, Viel Arbeit bis zum Vergnügen – Zur Nachbildung eines mittelalterlichen Trictrac-Spieles. Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg Bd. 23.1, 1994, 38-41.
Foto: M. Schreiner, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg
Inventarnummer: 1982-0035-2149-0001
 
Kommentar:
Das zusammenklappbare Trictracspielbrett besteht aus zwei Buchenholztafeln, die mit einem Rahmen aus Ahornholz umfasst sind. Die noch erhaltenen 22 zackenförmigen Spielfelder wurden in die Grundplatte eingelegt. Die Fundumstände lassen keine genaue Datierung zu. In Übereinstimmung mit den historischen Quellen zum Zeitpunkt des Latrinenbaus  kann lediglich das Jahr 1278 oder später angenommen werden. Auch wenn das Spielbrett kein Luxusprodukt ist, spricht die recht aufwendige Arbeitsweise für einen gewissen Wert. Dabei lassen es jedoch einige handwerkliche Schwächen erkennen. Unklar ist, ob es dem Besitz eines Mönches, eines Laienbruders oder doch eines Privatmanns zuzuschreiben ist. Die historische Überlieferung und weitere Spielzeugfunde zeigen jedoch, dass kirchliche Spielverbote in den Klöstern meist nicht eingehalten wurden.