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Riemenzunge

 
Objekt: Riemenzunge
Epoche/Kultur: Karolingerzeit
Datierung: 750-800
Fundort: Konstanz
Fundstelle: Münsterplatz
Material: Silber, Gold
Maße: 5,7 cm
Literatur: T. Hembach, Eine Riemenzunge mit Tierornamentik im Tassilokelchstiel aus dem ehemaligen spätantiken Kastell von Konstanz. Fundberichte Ba-Wü 29, 2007, 669-682.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 2003-0046-9006-0001

Kommentar: Die Riemenzunge ist Teil eines Gürtels und besteht aus vergoldetem Silber.  Sie ist mit Ranken- und Tierkopfmotiven verziert, die dem „Tassilokelchstil“ und dem „insularen Tierstil kontinentaler Prägung“ zugeordnet werden.  Die Riemenzunge wurde im Bereich des spätantiken römischen Kastells gefunden, in dem sich nach dem Abzug der Römer der katholische Bischofssitz von Konstanz entwickelte. Sie gilt als Zeichen für die Anwesenheit von Mitgliedern der karolingischen Herrscherschicht.

 

Spielstein

Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: 11. Jahrhundert
Fundort: Bietigheim-Bissingen
Fundstelle: Burg Bietigheim
Material: Geweih
Maße:  Durchmesser 4,2 cm, Höhe: 0,8 cm
Literatur: A. Kluge-Pinsker, Schach und Trictrac. Zeugnisse mittelalterlicher Spielfreude in salischer Zeit. Monogr. RGZM 30 (Sigmaringen 1991) 217.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner

Inventarnummer: 1984-0003-0245-0001

Kommentar: Der Spielstein besteht aus zwei Scheiben, die durch vier Knochenstifte miteinander verbunden sind. Spielsteine wie dieser wurden bei Brettspielen, wie z. B. Mühle oder Trictrac, benutzt. Spielen gehörte dabei fest zum Alltag der Menschen im Mittelalter. Spielsteine und ähnliche Funde können häufig bei Burgengrabungen geborgen werden; sie sind aber auch aus städtischen Siedlungen und aus dem kirchlichen Umfeld bekannt.

Spielbrett

 
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: nach 1278
Fundort: Freiburg im Breisgau
Fundstelle: Latrine des Augustiner-Eremitenklosters
Material: Buchenholz, Ahornholz
Maße: Kantenlänge je 38,5 cm
Literatur: A. Kluge-Pinsker, Schach und Tric Trac. Zeugnisse mittelalterlicher Spielfreude in salischer Zeit. Monographien des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Bd.30 (Sigmaringen 1991).
M. Untermann, Die Latrine des Augustinereremiten-Klosters in Freiburg im Breisgau. Materialhefte zur Archäologie in Baden-Württemberg 31 (Stuttgart 1995).
R. Röber, Viel Arbeit bis zum Vergnügen – Zur Nachbildung eines mittelalterlichen Trictrac-Spieles. Nachrichtenblatt der Denkmalpflege in Baden-Württemberg Bd. 23.1, 1994, 38-41.
Foto: M. Schreiner, Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg
Inventarnummer: 1982-0035-2149-0001
 
Kommentar:Das zusammenklappbare Trictracspielbrett besteht aus zwei Buchenholztafeln, die mit einem Rahmen aus Ahornholz umfasst sind. Die noch erhaltenen 22 zackenförmigen Spielfelder wurden in die Grundplatte eingelegt. Die Fundumstände lassen keine genaue Datierung zu. In Übereinstimmung mit den historischen Quellen zum Zeitpunkt des Latrinenbaus  kann lediglich das Jahr 1278 oder später angenommen werden. Auch wenn das Spielbrett kein Luxusprodukt ist, spricht die recht aufwendige Arbeitsweise für einen gewissen Wert. Dabei lassen es jedoch einige handwerkliche Schwächen erkennen. Unklar ist, ob es dem Besitz eines Mönches, eines Laienbruders oder doch eines Privatmanns zuzuschreiben ist. Die historische Überlieferung und weitere Spielzeugfunde zeigen jedoch, dass kirchliche Spielverbote in den Klöstern meist nicht eingehalten wurden.