Highlights ALM

Destillierglocke

 
Objekt: Destillierglocke
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: 1. Hälfte 14. Jahrhundert
Fundort: Konstanz
Fundstelle: Brückengasse 5 - 7
Material: Ton
Maße: Höhe 32 cm
Literatur: P. Kurzmann, Neues über die Destillation im Mittelalter, ZAM 35, 2007, 87 - 100.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1983-0064-0248-0005

Kommentar: Der Destillierhelm in Form einer Frauengestalt wurde zum Herstellen von Arzneien oder Alkohol verwendet. Eine zur Glocke gehörende Schüssel wurde mit dem Destilliergut gefüllt und in einem Sand-, Asche- oder Wasserbad erhitzt. Der aufsteigende Dampf kondensierte an der Glockenwandung und lief anschließend - über eine an der Innenwand der Destillierglocke angebrachte Rinne - aus einer Öffnung. Das Motiv auf der Vorderseite der Destillierglocke ist als biblischer Baum des Lebens zu deuten, der damit in einen unmittelbaren Bezug zu dem hergestellten Produkt gebracht wird.

 

Fass

 
Objekt: Fass
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: 15. Jahrhundert
Fundort: Konstanz
Fundstelle: Augustinerplatz 9
Material: Holz
Maße: noch 143 cm hoch erhalten, Dm. 110 cm
Literatur: Badisches Landesmuseum (Hrsg.), Das Konstanzer Konzil 1414 - 1418. Weltereignis des Mittelalters. Ausstellungskatalog (Darmstadt 2014).
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 2006-0078-9002-0001

Kommentar: Fässer waren im Mittelalter beliebte Gefäße, um flüssige Waren, wie z.B. Wein oder Bier, zu transportieren. Aber auch "feste" Waren, wie Heringe, Salz, Bücher oder auch Paternosterschnüre, konnten so von A nach B gebracht werden. Nach ihrer primären Nutzung wurden Fässer - wie das Konstanzer Exemplar auch - oft in Latrinen verbaut. Zur Zeit des Konstanzer Konzils (1414 - 1418), als Wohnraum Mangelware war, sollen sie sogar als Notlager eingesetzt worden sein.  

 

Metallene Spardose

 
Objekt: Spardose oder Kasse
Epoche/Kultur: Spätmittelalter
Datierung: 15. Jahrhundert
Fundort: Konstanz
Fundstelle: Augustinerplatz 9
Material: Kupferlegierung
Maße: H. 8 cm, Dm 7 cm
Literatur: J. Heiligmann, R. Röber, Im See - am See. Archäologie in Konstanz (Friedberg 2011), 122.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 2006-0078-9001-0001

Kommentar: Die ersten Spardosen kennen Archäologen bereits aus dem antiken Griechenland. Somit ist das Sparen, also das Zurücklegen von Geld, bei weitem keine neue Idee, sondern vielmehr eine Tradition, die die Menschen seit Jahrtausenden verfolgen. Dieses spätmittelalterliche Exemplar wurde mit einem Vorhängeschloss gesichert. Dies bedeutet, dass der Besitzer die Dose nicht zerstören musste, um an das Geld zu gelangen. Daher könnte der Behälter auch als Kasse verwendet worden sein.

 

Teufelsmaske

 
Objekt: Maske
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: 15. Jahrhundert
Fundort: Ulm
Fundstelle: Rosengasse
Material: Keramik
Literatur: S. Erbelding, In: Spätmittelalter am Oberrhein. Teil 2: Alltag, Handwerk und Handel 1350-1525. Bd. 1. Stuttgart 2001, 108.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1989-0134-0017-0018

Kommentar: Masken wurden im Mittelalter vielfach eingesetzt: zu höfischen Festen, zu geistlichen Spielen an besonderen Festtagen, aber auch zu Fastnacht. Wofür diese Maske speziell gedient hat, ist unbekannt. Auf Grund ihrer Zerbrechlichkeit wird man an eine ortsfeste Nutzung denken müssen. Das in Ulm gefundene Exemplar ist bislang einzigartig. Die noch zur Hälfte erhaltene Maske weist Aussparungen für Augen, Mund und Nase auf, die jeweils mit roter Farbe umrandet waren. Große „Male“ an Stirn und Wangen waren wohl mit Sauborsten umrandet. Kleine Löcher am Rand der Maske deuten darauf hin, dass ein Tuch daran befestigt wurde, welches den Träger bis über die Brust verdeckt haben soll.  

 

Anhänger eines Jakobspilgers

 
Objekt: Anhänger eines Jakobspilgers (Hl. Jakobus mit Pilgertracht)
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: spätmittelalterlich
Fundort: Bönnigheim
Fundstelle: Friedhof der Stadtkirche
Material: Gagat
Maße: 2,8 cm hoch
Literatur: B. Thier, Ein spätmittelalterliches Pilgerzeichen aus Gagat, gefunden in Otterndorf-Westerwörden, Ldkr. Cuxhaven, in: Nachr. Aus Nieders. Urgeschichte 62, 1993, 331 – 338.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1990-0004-0004-0001

Kommentar: Ab dem 10. Jahrhundert entwickelte sich der nordspanische Ort Santiago de Compostela – neben Rom und Jerusalem – zu einem der drei wichtigsten Wallfahrtsorte im Mittelalter. Die von dort stammende kleine Figur aus Gagat zeigt den Hl. Jakobus. Er gehörte zu den 12 Aposteln und wurde 44 n. Chr. unter Herodes Agrippa I. enthauptet. Seine Gebeine gelangten auf Umwegen nach Spanien, wo er bis heute verehrt wird. Die kleine Figur zeigt ihn in der typischen Pilgertracht des Mittelalters: ein Hut mit Muschel, ein weiter Mantel, ein Buch in der linken und einen Pilgerstab in der rechten Hand. Bohrungen im Bereich der Hüfte weisen darauf hin, dass die Figur auf der Muschel des Pilgerhutes befestigt (span.: Azabaches) oder an einer Schnur um den Hals getragen wurde. Diese Art der Pilgerzeichen waren Nachweise für die erfolgte Wallfahrt und dienten dem Träger gleichzeitig als Schutzmittel für die Rückreise.