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Anhänger eines Jakobspilgers

 
Objekt: Anhänger eines Jakobspilgers (Hl. Jakobus mit Pilgertracht)
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: spätmittelalterlich
Fundort: Bönnigheim
Fundstelle: Friedhof der Stadtkirche
Material: Gagat
Maße: 2,8 cm hoch
Literatur: B. Thier, Ein spätmittelalterliches Pilgerzeichen aus Gagat, gefunden in Otterndorf-Westerwörden, Ldkr. Cuxhaven, in: Nachr. Aus Nieders. Urgeschichte 62, 1993, 331 – 338.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1990-0004-0004-0001

Kommentar: Ab dem 10. Jahrhundert entwickelte sich der nordspanische Ort Santiago de Compostela – neben Rom und Jerusalem – zu einem der drei wichtigsten Wallfahrtsorte im Mittelalter. Die von dort stammende kleine Figur aus Gagat zeigt den Hl. Jakobus. Er gehörte zu den 12 Aposteln und wurde 44 n. Chr. unter Herodes Agrippa I. enthauptet. Seine Gebeine gelangten auf Umwegen nach Spanien, wo er bis heute verehrt wird. Die kleine Figur zeigt ihn in der typischen Pilgertracht des Mittelalters: ein Hut mit Muschel, ein weiter Mantel, ein Buch in der linken und einen Pilgerstab in der rechten Hand. Bohrungen im Bereich der Hüfte weisen darauf hin, dass die Figur auf der Muschel des Pilgerhutes befestigt (span.: Azabaches) oder an einer Schnur um den Hals getragen wurde. Diese Art der Pilgerzeichen waren Nachweise für die erfolgte Wallfahrt und dienten dem Träger gleichzeitig als Schutzmittel für die Rückreise.

 

Teufelsmaske

 
Objekt: Maske
Epoche/Kultur: Mittelalter
Datierung: 15. Jahrhundert
Fundort: Ulm
Fundstelle: Rosengasse
Material: Keramik
Literatur: S. Erbelding, In: Spätmittelalter am Oberrhein. Teil 2: Alltag, Handwerk und Handel 1350-1525. Bd. 1. Stuttgart 2001, 108.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1989-0134-0017-0018

Kommentar: Masken wurden im Mittelalter vielfach eingesetzt: zu höfischen Festen, zu geistlichen Spielen an besonderen Festtagen, aber auch zu Fastnacht. Wofür diese Maske speziell gedient hat, ist unbekannt. Auf Grund ihrer Zerbrechlichkeit wird man an eine ortsfeste Nutzung denken müssen. Das in Ulm gefundene Exemplar ist bislang einzigartig. Die noch zur Hälfte erhaltene Maske weist Aussparungen für Augen, Mund und Nase auf, die jeweils mit roter Farbe umrandet waren. Große „Male“ an Stirn und Wangen waren wohl mit Sauborsten umrandet. Kleine Löcher am Rand der Maske deuten darauf hin, dass ein Tuch daran befestigt wurde, welches den Träger bis über die Brust verdeckt haben soll.