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Abend der Archäologie

06.02. 2019 (Do), ab 18:00 Uhr

Die Pfahlbauer unter dem Mikroskop - Wie neue naturwissenschaftliche Methoden die Altertumsforschung verändern

Die Referentin Frau Dr. Renate Ebersbach ist Fachbereichsleiterin der Feuchtbodenarchäologie im Landesamt für Denkmalpflege, Dienstsitz Hemmenhofen, und berichtet an diesem Abend über die neuesten Erkenntnisse von DNS-Analysen aus dem Endneolithikum.

Ein Kaugummi am Tatort ist für Forensiker ein Glücksfall: Die DNS-Analyse der Spucke verrät, wer am Ort des Verbrechens war. Mit derselben Methode gewinnen Archäologen nun Einblicke in die Steinzeit: Das Alter der Kaugummis aus Birkenrindenpech aus den Pfahlbausiedlungen datieren die Forscher auf 6.000 Jahre. Weil die Zahnabdrücke darauf von Milchzähnen stammen, weiß man, dass sie gerade von Kindern gekaut wurden. Deren Speichel und die darin enthaltene Erbsubstanz hat sich im Birkenpech über all die Jahre erhalten. Warum die Kinder dieses bitter schmeckende Material in den Mund nahmen, ist heute schwer nachzuvollziehen.
Die Spucke im Birkenpech verrät aber nicht nur deren genetische Identität. In ihr sind auch die damaligen Mundbakterien nachweisbar. Und damit ist klar: Prähistorische Kaugummis verraten den Forschern viel mehr über einen Menschen aus der Vorzeit, als nur seine Knochen oder Zähne.
Im Anschluss an die Vorträge laden die Freunde und Förderer des Archäologischen Landesmuseums zu einem kleinen Umtrunk ein.

Der Eintritt an diesem Abend ist frei!