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Verziertes Tongefäß

Objekt: Tongefäß mit genealogischen Zeichen    
Epoche/Kultur: Jungsteinzeit
Datierung: 3917-3909 v. Chr.
Fundort: Hornstaad, Kreis Konstanz    
Fundstelle: Siedlung, Hornstaad-Hörnle 1A    
Material: Keramik
Maße: H. 29,5 cm, Rdm. 22,5 cm
Literatur: H. Schlichtherle, Mitten im Leben. Kulthäuser und Ahnenreihen. In: 4000 Jahre Pfahlbauern (2016) 178ff.Abb. 250.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg
Inventarnummer: 1973-38-5657-5

Kommentar: Dieses Tongefäß aus der Pfahlbausiedlung von Hornstaad könnte im Zusammenhang mit dem Ahnenkult stehen. Denn die übereinandergestapelten
W-förmigen Zeichen sind vermutlich stilisierte Geburtsdarstellungen.  Übereinandergesetzt ergeben sie eine Art Ahnenbaum oder Ahnenreihe. Entsprechende Zeichen kennt man aus dem Kulthaus von Ludwigshafen mit der Darstellung von sieben Ahnenfrauen. Die Wertschätzung des Gefäßes lässt sich auch daran erkennen, dass der Riss in der Mitte der Wandung geflickt wurde.

Tasse aus Holz

Objekt: Holztasse    
Epoche/Kultur: Jungsteinzeit
Datierung: 3917-3909 v. Chr.
Fundort: Hornstaad, Kreis Konstanz    
Fundstelle: Siedlung, Hornstaad-Hörnle 1A    
Material: Ahorn?
Maße: H. 8 cm, Dm. 17 cm
Literatur: U. Eberli, U. Leuzinger, H. Schlichtherle, Steinzeit? Holzzeit! Ein unverzichtbares Material In: 4000 Jahre Pfahlbauern (2016) 253ff Abb. 517.

Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg
Inventarnummer: 1973-38-9005-1

Kommentar: Die Materialkenntnis der steinzeitlichen Pfahlbaubewohner  hinsichtlich Holzverarbeitung war außerordentlich gut. Zur Herstellung von Holztassen oder Schöpfern verwendete man ausschließlich die rissfesten Maserknollen von Ahorn oder Kernobstbäumen. Mit Dechsel und Feuersteinklinge fertigte man zunächst die Rohform. Der spätere Griff, aus dem Stammansatz geformt, blieb als Klotz stehen und wurde erst nach dem Aushöhlen des Tassenkörpers fertiggestellt.

Scheibenrad aus Holz

Hölzernes Scheibenrad, Rad 3
Epoche/Kultur: Jungsteinzeit
Datierung: um 2900 v. Chr.    
Fundort: Olzreute, Kreis Biberach    
Fundstelle: Siedlung Enzisholz
Material: Ahorn, Esche     
Maße: Dm. 54cm, St. 3,8 cm, Lauffläche: 1,5 cm
Literatur: H. Schlichtherle, Im OLzreuter Ried. Räder, Räder und nochmal Räder. In: 4000 Jahre Pfahlbauten (2016) 390. 411ff.Abb. 619
Foto: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Yvonne Mühleis.
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Konstanz
Inventarnummer: 2009-48-9-Q214/238-3

Kommentar: Das Scheibenrad ist das besser erhaltene eines Radpaares, das zu einem zweirädrigen Dreieckskarren gehörte, bei welchem sich die Achse mit den Rädern unter dem Fahrgestell drehte.  Es besteht aus einer Radscheibe aus Ahorn, die durch zwei eingeschobene Leisten aus Esche stabilisiert wurde. Es  wurde durch Feuer gegen Pilzbefall imprägniert. Das schwalbenschwanzförmige Achsloch bewirkte, dass das Rad besonders fest auf der Achse saß und das Drehmoment besser auf die Achse übertragen wurde.