Highlights ALM

Feuersteindolch mit Holzgriff

Epoche/Kultur: Jungsteinzeit
Datierung: 2900-2800 v. Chr.
Fundort: Allensbach, Kreis Konstanz    
Fundstelle: Siedlung, Strandbad
Material: Silex, Holunder, Birkenpech     
Maße:  L. 16,5 cm
Literatur: H. Schlichtherle, Ein scharfes Ding,
Der Feuersteindolch von Allensbach.
In: 4000 Jahre Pfahlbauten (2016) 425ff. Abb. 645

Foto: Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart. Yvonne Mühleis.
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Konstanz
Inventarnummer: 1971-29-2682-1

Kommentar: Der Silexdolch aus der Pfahlbausiedlung von Allensbach ist ein Importstück aus Oberitalien, der Feuerstein wurde am Monte Baldo am Gardasee gebrochen und zu einer Klinge verarbeitet. Nach langer Nutzung und vielen Überarbeitungen ging er schließlich in der Siedlung am Bodensee verloren. Er ist neben dem Silexdolch, den Ötzi bei sich führte, das einzige Stück von über 300 bekannten Exemplaren aus Oberitalien, bei dem die vollständige Schäftung erhalten ist. Sie besteht aus einem Griff aus Holunderholz, der mit Birkenteer festgeklebt  wurde. Von der ehemaligen Umwicklung mit einer Schnur sind nur noch die Abdrücke erhalten.

Flöte aus Holunderholz

Epoche/Kultur: Bronzezeit
Datierung: um 1050 v. Chr.    
Fundort: Hagnau, Bodenseekreis    
Fundstelle: Siedlung, Burg
Material: Holunderholz     
Maße:  L. 15,3 cm, Dm. 1m8 cm
Literatur: J. Schween, Leise oder laute Töne. Die älteste Holzflöte Mitteleuropas: 4000 Jahre Pfahlbauten (2016) 269 Abb.375.
Foto:  Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg, Konstanz
Inventarnummer: 1983-35-55-5

Kommentar: Von der Flöte sind nur noch 30% des Rohrquerschnitts erhalten. Sie besitze ein abgeschrägtes und ein gerades Ende. 3,6 cm oberhalb des geraden Endes befindet sich der Rest einer seitlichen Durchlochung. Eine Nachbildung der Flöte ließ sich von beiden Enden, aber auch seitlich wie eine Querflöte anblasen. Das abgeschrägt Ende lässt vermuten, dass sie wie eine Kerbflöte von diesem Ende aus geblasen wurde und die seitliche Öffnung als griffloch zur veränderung des Tones diente. Die Oberfläche ist mit schraffierten Bändern und Dreiecken verziert.

Amulett aus Kupfer

Objekt: Kupferscheibe    
Epoche/Kultur: Jungsteinzeit
Datierung: 3917-3909 v. Chr.    
Fundort: Hornstaad, Kreis Konstanz    
Fundstelle: Siedlung, Hornstaad-Hörnle 1A    
Material: Kupfer    
Maße: Dm. 11,5 cm, St. 1,5 mm, Gewicht: 56 gr    
Literatur: M. Heumüller, Goldener Schein – Die Kupferscheibe von Hornstaad  In: 4000 Jahre Pfahlbauten (2016) 166 Abb. 222 ; M. Heumüller, Der Schmuck der jungneolithischen Seeufersiedlung Hornstaad-Hörnle IA im Rahmen der mitteleuropäischen Mittel- und Jungneolithikums. Siedlungsarchäologie im Alpenvorland X (2009) 67-70.
Foto:  Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg
Inventarnummer: 1973-38-5151-29

Kommentar: Die Kupferscheibe aus der Pfahlbausiedlung von Hornstaad gehört zu den ältesten Metallfunden in Mitteleuropa. In der Experimentierphase mit dem neuen Rohstoff Kupfer wurde die ursprüngliche goldglänzende Scheibe wohl als Schmuckstück oder Amulett getragen. Hierzu dienten zwei Löcher am oberen Rand, eines davon ist ausgebrochen. Im Zentrum trägt sie zwei  kleine Buckel , ein dritter ist durch die Beschädigung in der Mitte nur noch im Ansatz zu erkennen. Ähnliche Buckelscheiben aus Gold waren vor allem im östlichen Mitteleuropa verbreitet und zeigen die Kontakte des Voralpenlandes in den Donauraum. Für den Träger oder die Trägerin der Hornstaader Scheibe war sie sicher ein kostbarer Besitz und machte den Rang seines Besitzers  für alle sichtbar.