Räume

1. Obergeschoss

WELT DER PFAHLBAUTEN

RÄUME 201-203:

Die "Welt der Pfahlbauten" präsentiert sich im modernen Outfit und beleuchtet nach den neuesten Forschungsergebnissen Handelskontakte, Wirtschaftsweisen, Lebensgewohnheiten und Kult in der stein- und bronzezeitlichen Pfahlbauzeit.
Der begehbare Nachbau eines Pfahlbauhauses sowie zahlreiche, z. T. einzigartige Funde, dokumentieren eindrucksvoll die mehr als 3.000 jährige Geschichte der Pfahlbauten in der Bodenseeregion.

DIE RÖMISCHE STADT AUS DEM UNTERGRUND

RAUM 204:
Bis zu sechs Meter unter dem heutigen Ladenburg am Neckar liegen die Reste einer römischen Stadt: Lopodunum. Eine Sensation war ein erst vor wenigen Jahren bei Bauarbeiten entdeckter Bronzeschatz. Das prunkvolle Ensemble aus vermutlich dem 2. Jh. n. Chr. umfasst u.a. fünf Büsten römischer Gottheiten, drei Seeleoparden und zwei löwenköpfige Türklopfer. Hausgrundrisse, Sitzstufen aus dem Theater, Weinamphoren und Soßentiegel legen im Museum Zeugnis ab vom Leben in den Mauern Lopodunums.

ARM UND REICH, AUCH IM TOD NICHT GLEICH

RAUM 205:
Im Frühmittelalter spiegelt sich die gesellschaftliche Stellung des Einzelnen auch in der Grabausstattung wider.
Reiten, Fahren und Jagen kennzeichnen schon im 6. und 7. Jahrhundert adelige Lebensführung. Wie die prunkvollen Beisetzungen aus dem Gräberfeld von Lauchheim, Ostalbkreis, zeigen, wurden selbst kleine Kinder mit Standesabzeichen beerdigt. Zwar zeigte man sein christliches Bekenntnis mit Goldblattkreuzen, das hatte aber keinerlei Auswirkungen auf die Beigabensitte. Denn selbst Pferde folgten ihren Besitzern weiterhin ins Jenseits.
Kaum weniger interessant sind die Gräber der bäuerlichen Bevölkerung. So waren die Gräber im Friedhof von Eichstetten am Kaiserstuhl deutlich bescheidener ausgestattet, dennoch fanden sich auch hier Beigaben von teilweise außergewöhnlicher Qualität. Im Frühmittelalter bestimmte offenbar noch der gut gestellte, freie Bauer das Bild der ländlichen Gesellschaft.

LEBEN IM SCHUTZ DER SCHILDMAUER

RAUM 207:
Ritterromane zeigen uns das Idealbild des höfischen Ritters. Blutiger Kampf, Turnier und Jagd, schwärmerischer Frauendienst und höfisches Treiben bestimmen sein Dasein. In Wirklichkeit hatte der Landadlige ganz andere Sorgen. Die Burg musste laufend den gestiegenen Ansprüchen an Wohnlichkeit und Repräsentation angepasst wie auch wehr- und waffentechnisch auf der Höhe der Zeit gehalten werden. Der Alltag war eher trist und eintönig. Gelegentlich lockte ein Turnier, bei dem man die scharfe Lanzenspitze durch das Krönlein ersetzte, damit aus dem Spiel nicht tödlicher Ernst wurde.

WEISSES GOLD AUS WÜRTTEMBERG

RAUM 208:
1758 gründete Herzog Karl Eugen von Württemberg nach Meißner Vorbild die Ludwigsburger Porzellanmanufaktur. Bis zum Jahre 1824 entstanden hier Porzellan, Fayencen und Steingut von höchster Qualität. Bodenfunde erläutern den mühsamen Weg zum fertigen Produkt.
Wegen der ungeheuren Schwierigkeiten bei der Fertigung wurde auch mit unterschiedlichen Brennöfen experimentiert.