Highlights ALM

Schild

 
Objekt: Holzschild
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: 580 n. Chr.
Fundort: Trossingen, Kr. Breisgau-Hochschwarzwald
Fundstelle: Gräberfeld, Löhr- und Schulstraße, Grab 58
Material: Erle
Maße: Dm ca. 80 cm
Literatur: B. Theune-Großkopf, Mit Leier und Schwert. Das frühmittelalterliche Sängergrab von Trossingen (Friedberg 2010) 38f.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 2001-0319-0058-9006

Kommentar: Normalerweise sind in den frühmittelalterlichen Männergräbern von den Schilden nur die eisernen Schildbuckel und die Schildfesseln erhalten, der Holzkorpus fehlt in der Regel. In Trossingen mit seinen hervorragenden Erhaltungsbedingungen für organische Materialien ist es umgekehrt, das Holz ist erhalten und die Metallteile sind vergangen. Der Schildkörper besteht aus sechs Erlenbrettern. In der Mitte sitzt die Aussparung für die Hand. Nietlöcher lassen die Befestigungen für Schildbuckel und Schildfessel erkennen. Die ursprüngliche Bespannung mit Rohhaut lässt sich über die kleinen Löcher für die Befestigungsnieten am Rand erschließen.

Stuhl

 
Objekt: Zargenstuhl
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: 580 n. Chr.
Fundort: Trossingen, Kr. Breisgau-Hochschwarzwald
Fundstelle: Gräberfeld, Löhr- und Schulstraße, Grab 58
Material: Alle gedrechselten Teile: Ahorn, Querstreben: Esche
Maße: Höhe: 90 cm, Breite: 55-56 cm, Sitzhöhe 43-44 cm
Literatur: B. Theune-Großkopf, Mit Leier und Schwert. Das frühmittelalterliche Sängergrab von Trossingen (Friedberg 2010) 78-81; Barbara Theune-Großkopf und Robert Nedoma, Stuhlbeigabe in völkerwanderungs- und merowingerzeitlichen Gräbern im Spiegel eines neuen Befundes mit Runeninschrift aus Trossingen, Lkr. Tuttlingen. Archäologisches Korrespondenzblatt 38, 2008-3, 423-436
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 2001-0319-0058-9003

Kommentar: Der gedrechselte Stuhl gehört zu den repräsentativen Möbelstücken und war wohl nur Führungspersonen wie z.B. dem Gefolgschaftsherrn beim Großen Gastmahl vorbehalten. Der Zargenstuhl besitzt profilierte und mit Rillenbündeln verzierte Beine, die hinteren Pfosten bestehen bis zum Ende der Lehne aus einem Stück. Die Rückenlehne wird aus sieben Querstangen gebildet, die ebenfalls mit Rillenbündeln verziert sind. Diese sind oben und unten zu einem Paar, in der Mitte zu einer Dreiergruppe angeordnet. Zwischen den Stabgruppen sind zwei Reihen von je sieben vollplastischen, profilierten Docken eingepasst. Alle gedrechselten Teile wie Beine, Querstreben und Docken sind bis auf den Stützstab zwischen den Vorderbeinen aus Ahorn hergestellt, während die stabilisierenden Teile der Zargen und des Rahmens aus Esche bestehen. Das Fußbrett trägt eine Runeninschrift, den Anfang des Runenalphabets, das sog. Futhark.

Tisch

 
Objekt: Runder, dreibeiniger Tisch
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: 580 n. Chr.
Fundort: Trossingen, Kr. Breisgau-Hochschwarzwald
Fundstelle: Gräberfeld, Löhr- und Schulstraße, Grab 58
Material: Tischplatte: Ahorn, Beine: Esche
Maße: Tischplatte: Dm 55,6 cm, Länge der Beine inkl. Zapfen: 48 cm
Literatur: B. Theune-Großkopf, Mit Leier und Schwert. Das frühmittelalterliche Sängergrab von Trossingen (Friedberg 2010) 82.94.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 2001-0319-0058-9004

Kommentar: Der kleine Speisetisch ist eine technische Meisterleistung. Die runde Tischplatte wurde in Querholztechnik in einem Stück aus Ahorn gedrechselt. Auf der zu dieser Zeit üblichen Zugdrechselbank konnten die notwendigen Geschwindigkeiten vermutlich nicht erreicht werden. Zum Drechseln verwendete man Nassholz. Die Beine wurden in der sehr viel einfacheren Langholztechnik aus Esche gedreht und schräg in die Platte eingezapft. Da der Tisch nicht vollständig in das Grab passte, wurden die Beine abgebrochen.