Highlights ALM

Schmuckensemble

 
Objekt: Kreuzfibel, Ohrringe, Perlenkette, Münzanhänger
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: um 700 n. Chr.
Fundort: Lauchheim, Ostalbkreis
Fundstelle: Siedlung, Mittelhofen, Grab 24
Material: Gold, Granat, Karneol, Amethyst, Glas
Maße: 6,5 cm x 6,5 cm (Kreuzfibel)
Literatur: I. Stork, Fürst und Bauer, Heide und Christ. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg 29 (1995) 28. 54ff. Abb. 29.61.64; I. Stork, Friedhof und Dorf, Herrenhof und Adelsgrab. In: Die Alamannen (1997) 307f Abb.329.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Yvonne Mühleis
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer:  1989-0011-0757-0047; 1989-0011-0757-0040; 1989-0011-0757-0048; 1989-0011-0757-9000; 1989-0011-0757-0027.

Kommentar: Das Frauengrab gehörte zu einer kleinen Hofgrablege des Herrenhofes der Siedlung Mittelhofen, die angelegt wurde, nachdem der große Ortsfriedhof bereits aufgegeben war. Das Grab wurde zeitgenössisch beraubt. Das Schmuckensemble aus Fibel, goldenen Bommelohrringen, einer Halskette aus Glasperlen und Amethysten sowie einer als Anhänger gefassten, goldenen langobardischen Münze (König Agilulf 590-615 n. Chr.) verblieb vermutlich nur im Grab, weil man sich nicht an das christliche Heilszeichen, die goldene Kreuzfibel, herantraute. Diese ist verziert mit 67 Granat-, Glas- und Emaileinlagen, der Rand ist von goldenen Hohlbuckeln eingefasst und in der Mitte befindet sich eine antike Karneolgemme mit Amordarstellung.

Goldblattkreuz

 
Objekt: Goldblattkreuz
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: Mitte 7. Jahrhundert
Fundort: Lauchheim, Ostalbkreis
Fundstelle: Gräberfeld, Wasserfurche, Grab 38
Material: Gold
Maße: 7 cm x 6,7 cm
Literatur: I. Stork, Fürst und Bauer, Heide und Christ. Archäologische Informationen aus Baden-Württemberg 29 (1995)26. Abb. 26; I. Stork, Friedhof und Dorf, Herrenhof und Adelsgrab. In: Die Alamannen (1997) 299ff Abb.315. 319.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Yvonne Mühleis
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer:  1986-0008-0040-0001; -0002

Kommentar: Das Goldblattkreuz aus Grab 38 besteht aus zwei übereinandergelegten Kreuzarmen. Es wurde offenbar für die Bestattung angefertigt und, wie die Löcher an den Enden und in der Mitte zeigen, auf ein Tuch aufgenäht, das nach der Fundlage des Kreuzes über das Gesicht des Toten gebreitet war. Zur Verzierung der Kreuzarme mit Mustern im germanischen Tierstil II wurde ein nicht passendes Model verwendet. Die bärtigen Männergesichter auf dem senkrechten Kreuzbalken werden als Christusköpfe interpretiert. Christliches Bekenntnis und Beigabensitte schließen sich in dieser Zeit nicht aus, denn dem etwa 50jährigen Mann wurden auch seine Waffen und seine Reitausrüstung mit ins Grab gegeben.

Trinkhorn und Schale aus Glas

 
Objekt: Trinkhorn und Schale mit weißem Fiedermuster aus Glas
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: 2. Hälfte 5. Jahrhundert
Fundort: Leonberg-Eltingen, Kr. Böblingen
Fundstelle: Gräberfeld, „Beim Alten Kirchhof“, Grab 40
Material: hellgrünes, transluzides Glas mit weißen eingeschmolzenen Fäden
Maße: Trinkhorn: L. 22 cm, Mündungsdm. 7,5 cm; Schale: H. 8 cm, Dm. 21 cm
Literatur: I. Stork. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 1990 (1991) 201f.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1990-0045-0023-9000; 1990-0045-0023-9001

Kommentar: Glasensembles sind als Grabausstattung äußerst selten. Das hier vorliegende ist von außerordentlicher Qualität. Es dürfte sich um Importstücke aus dem Maasgebiet handeln. Beide Gefäße besitzen eingeschmolzene weiße Fäden, die  am Boden der Schale zu einem Rosettenmuster, an Wand und Rand zu einem Fiedermuster und am Rand des Trinkhornes zu Arkaden gekämmt sind. Das Trinkhorn musste entweder „auf ex“ ausgetrunken oder beim Gastmahl herumgereicht werden. Hinweise auf Ständer gibt es nicht.