Highlights ALM

Klappstuhl aus Eisen

Objekt: Eiserner Klappstuhl
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: 2. Hälfte 6. Jahrhundert
Fundort: Hessigheim, Kr. Ludwigsburg
Fundstelle: Gräberfeld „Muckenloch“, Grab 75
Material: Eisen
Maße: L. der Beine 64 cm, Sitzbreite 50 cm
Literatur: I. Stork. In: Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2006 (2007) 170ff.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 2006-45-173-9001

Kommentar: Der Klappstuhl wurde in einem stark beraubten Kammergrab einer Frau im Kopf- und Oberkörperbereich gefunden. Klappstühle sind nördlich der Alpen nur als Beigaben in reich ausgestatteten Frauengräbern überliefert. Allerdings sind diese in der Regel aus Holz und besitzen nur eine eiserne Achse. Sie wurden vermutlich von vornehmen Damen bei offiziellen Anlässen zu Repräsentationszwecken eingesetzt. Eiserne Klappstühle sind als Importe aus römisch-byzantinischen Werkstätten anzusehen.

Totenbett aus Holz

Objekt: Hölzernes Stollenbett
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: um 700 n. Chr.
Fundort: Lauchheim, Ostalbkreis
Fundstelle:    Siedlung Mittelhofen, Grab 27
Material: Buche
Maße: L. 2,05 m, Br. 0,6 m, lichte W. 0,48 m
Literatur: I. Stork, Friedhof und Dorf, Herrenhof und Adelsgrab. In: Die Alamannen (1997) 308f Abb. 331
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Yvonne Mühleis
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1989-11-769-9000

Kommentar: Das Bett diente als Sarg für die Bestattung eines Mannes innerhalb der Hofgrablege des Herrenhofes. Die Seitenbretter waren in rechteckige Holzpfosten eingezapft und mit Holzdübeln befestigt. Verziert waren die Bretter mit eingeschnittenen Zirkelschlagornamenten. Bei der Auffindung waren noch rote und schwarze Farbspuren vorhanden. Das Bett wurde durch den Aufsatz von Giebelbrettern, die vermutlich ein Holzdach trugen, in ein kleines Grabhäuschen verwandelt. Das Dach wurde vermutlich bei der zeitgenössischen Beraubung zerschlagen. Die Grabräuber ließen fünf unverzierte Goldblattkreuze im Sarg zurück.

Scheibenfibel aus Gold

Objekt: Goldscheibenfibel mit Filigrandrahtauflagen und Zellwerk
Epoche/Kultur: Merowingerzeit
Datierung: um 600 n. Chr.
Fundort: Lauchheim, Ostalbkreis
Fundstelle: Gräberfeld Wasserfurche, Grab 66
Material: Zierplatte: Gold/Silberlegierung; Rückseitenplatte: Silberkupferlegierung
Maße: Dm. 5,8 cm
Literatur: H. Mallwitz. In: I. Stork, Fürst und Bauer, Heide und Christ, 10 Jahre archäologische Forschungen in Lauchheim/Ostalbkreis (Stuttgart 1995) 66ff.
Foto: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg. Manuela Schreiner
Standort: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg Konstanz
Inventarnummer: 1986-8-77-3

Kommentar: Die Goldscheibenfibel ist von höchster handwerklicher Qualität. Sie ist in 3 Zierzonen aufgeteilt. Die jeweils vier dreieckigen Zellwerkzonen der beiden äußeren Zonen sind kreuzförmig angeordnet. Die dazwischenliegenden Felder sind mit tordiertem Filigrandraht ausgefüllt. Das Zentrum bildet ein Buckel mit Zellstegwerk. Das Zellwerk zeigt sogenannte Pilzzellen, ist aber nicht mit Almandinen oder Glas gefüllt. Die Goldscheibenfibel wurde als Mantelverschluss auf Brust oder Schulter getragen. Sie gehört zur Bestattung einer reich ausgestatteten 45jährigen Frau, die innerhalb des Gräberfeldes Teil einer Familiengruppe war.